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Nachkriegsjahre
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Nach dem zweiten Weltkrieg
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Nach dem zweiten Weltkrieg blieb das Fricktal noch wenige Jahre ein beinahe intakter "Agrarraum". Gewerbe in den Dörfern, wenige grössere Industrien und vor allem die Landwirtschaft dominierten. Was vor der Jahrhundertwende die Bözbergbbahn ein Stück weit einleitete - eine typische Pionierindustrie dank der Bahn angesiedelt, ist die Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden - setzte sich mit dem Autobahnbau auf dynamische Art und Weise fort. Begünstigt durch die Aussiedlung der Grossindustrie aus dem engen Raume Basel "auf das offene Land", begann eine geradezu stürmische wirtschaftliche und industrielle Entwicklung. Während die Industriealisierung im Raume Rheinfelden schon früh einsetzte, entwickelten sich nun in Möhlin, Stein, Eiken, Sisseln, Münchwilen und Kaisten neue Industriegebiete. Laufenburg wurde mehr und mehr Elektrizitätsknotenpunkt und in Frick entfaltete sich neben dem Tonwerk verschiedene Bauindustrien und die Bandwebemaschinenfabrik Müller.
Das Fricktal gehört heute zur Gruppe der Industrieregionen der Schweiz mit hohem Entwicklungspotential, weil die Standortgunst mit der Eröffnung der N 3 durch den Bözberg (1996) weiter optimiert wird. Die Seitentäler und sanften Hanglagen bieten gute Voraussetzungen für das Gewerbe und das Wohnen. Der Landstrich, der nach wissenschaftlichen Untersuchungen bis zu vierzig Sonnentage im Jahr mehr registriert, als die Flusstäler des Aargaus und weite Teile des Mittellandes, wird seinen Platz an der Sonne auch im übertragenen Sinne zu behaupten wissen.
Eine neue Epoche wird die vertiefte grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Südbaden bringen. Die deutsche Nachbarschaft war für das Grenzland zwischen Jura und Rhein im Laufe der Jahrhunderte einmal hart grenzziehend und dann wieder sehr gemeinschaftsbetont. Der Lebensraum, die "Landschaftskammer zwischen Schwarzwald und Jura", ist gegeben. Im Zeichen guter europäischer Zusammenarbeit ist vorerst zaghaft, unter einzelnen Gemeinden aber seit Jahren intensiv, die Verständigung über den Rhein gewachsen.
Das Fricktal hat seinen besonderen Charakter und sein Selbstbewusstsein, aber ebenso stark ist der Wille der offenen Kooperation über den Jura zum Aargau hin, zur Regio Basiliensis und zur deutschen Nachbarschaft.
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