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Heimarbeiter

Heimarbeiter und Grenzgänger

Die verbleibende Bevölkerung fand in der Landwirtschaft keine ausreichende Existenzgrundlage und musste sich um Nebenerwerbsmöglichkeiten bemühen. Das Weben von Seidenbändern, das Posamenten, wurde von finanzkräftigen Basler Unternehmern in Heimarbeit vergeben. In der Blütezeit um 1910 waren allein im oberen Fricktal über 300 Webstühle in Betrieb. In Wittnau, dem Mittelpunkt der Fricktaler Seidenbandweberei, wurde in dieser Zeit eine Posamenterschule eröffnet. Als direkte Folge der Posamenterei hat sich in Frick die Herstellung von Bandwebemaschinen zu einem bedeutenden Industriezweig entwickelt. Günstige Verkehrsbedingungen bewogen schweizerische Textilfirmen zur Gründung von Niederlassungen in der deutschen Nachbarschaft. Billige Arbeitskräfte fanden die Unternehmen südlich des Rheins im wirtschaftlich schwach entwickelten Fricktal. Ein Bericht hält zu Beginn des 20. Jh. fest: "Bis 1907 sah man täglich in der Frühe und abends wieder um 6.00 bis 7.00 Uhr eigentliche Karawanen von "Fabriklern" aus den einzelnen Fricktaler Dörfern zu Fuss über die Grenze ziehen. Es waren in dieser Zeit allein aus dem Bezirk Laufenburg rund 1'200 Personen. Nach 1907 wurde ab Frick ein sogenannter "Fabriklerzug" nach Stein geführt. 3)

Die meisten Arbeiter waren Kleinbauern, die neben ihrer Tätigkeit in der Fabrik eine bescheidene Landwirtschaft betrieben. Das im Ausland verdiente Geld galt als allgemein anerkanntes Zahlungsmittel. Vor dem ersten Weltkrieg waren im Fricktal mehr deutsche Reichsmark als Schweizerfranken im Umlauf.



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