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Erzbergbau
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Erzbergbau im Fricktal
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Neben der Fischerei und der Schiffahrt trat im Hochmittelalter die Eisenindustrie als dritter, bedeutender Erwerbszweig am Hochrhein auf. Zur Verarbeitung gelangte Eisenerz, welches auf den Hochflächen des Tafeljuras zwischen Wölflinswil und Gipf-Oberfrick gewonnen wurde. Nachdem im Raume Frick bereits in spätrömischer Zeit Eisen gewonnen oder zumindest verarbeitet wurde (lat. Ferrum , Ferricia oder Ferraricia , Fricktal), ist das Schürfen nach dem oberflächennahen Gestein des rostfarbenen Eisenooliths in den "Erzgrueben ze Wil" seit dem frühen 13. Jh. mehrfach belegt.
In planlos eröffneten Gruben, die entsprechend ihrer Ergiebigkeit verlegt wurden, förderten unfreie Bauern das eisenhaltige Gestein zu Tage. Sie schlossen sich zu Beginn des 16. Jh. zur Erznergemeinde, einem, die Familienangehörigen eingerechnet, 400 Personen zählenden Verband zusammen. Ein gezielter Abbau der tieferliegenden Erzvorkommen, die über ein ausgedehntes Gebiet in einer Mächtigkeit zwischen 5 und 6 m vorliegen, begann erst 1937 in Herznach. Obwohl diese Förderung 1967 aus wirtschaftlichen Gründen zum Erliegen kam, schuf der Fricktaler Erzbergbau auch im 20. Jh. entscheidende Verdienstmöglichkeiten. Noch ruhen rund 28 Millionen Tonnen abbauwürdiger Vorräte unter dem Korn- und Fürberg zwischen Herznach und Wölflinswil. Dieser Erzkörper könnte allerdings nur in Notzeiten neues wirtschaftliches Interesse hervorrufen.
Im 16. Jh. verhalf die blühende Eisenindustrie der bäuerlichen Bevölkerung zu Nebenerwerbsmöglichkeiten und leitete einen allgemeinen Aufschwung von Handel und Gewerbe ein.
Die Verhüttung des Gesteins in einfachen Schmelzöfen erforderte grosse Mengen an Holzkohle. Die Verarbeitung des Roheisens in schmiedbare Halbfabrikate übernahmen die Hammerwerke am Hochrhein, die seit 1494 im Hammerbund, einer zunftähnlichen Vereinigung, zusammengeschlossen waren. Jeder der 36 Hämmer, die auf die Wasserkraft des Rheins und der Bäche aus dem Hotzenwald angewiesen waren, erhielt ein festgelegtes Quantum Roheisen zugesprochen.
Die vom Hammerbund erzeugte Jahresproduktion von rund 62 Tonnen Eisen fand besonders in der alten Eidgenossenschaft guten Absatz und erfreute sich einer kontinuierlich steigenden Nachfrage. So liess auch der Bischof von Basel 1465 die Nägel für das Schloss Pruntrut in Laufenburg herstellen.
Das Nagelschmiedehandwerk, das im Sulztal noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jh. ausgeübt wurde, erlebte mit der Herstellung von Schuhnägeln während der beiden Weltkriege eine letzte Hochblüte.
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