58 v. Chr. Nach der Unterwerfung der keltischen Stämme durch das römische Heer wurde das Gebiet zwischen Rhein und Jura zum Grenz- und Durchgangsland.
Obwohl die römische Eroberung keinen Wechsel der Bevölkerung brachte, führten die neuen Herrschaftsverhältnisse zu einem grundlegenden kulturellen Umbruch. Eine systematische Besiedlungspolitik, die sich an den strategischen Forderungen des römischen Reiches orientierte, führte um 44 v. Chr. zur Gründung der Kolonialstadt Augusta Raurica. Noch stärker als durch diese städtische Niederlassung drang die römische Kultur jedoch über die Gutshöfe in den Alltag der ansässigen Bevölkerung ein. Die Fernverkehrsstrasse über den Mons Vocetius (Bözberg), deren Verlauf in Oeschgen und Effingen noch sichtbar ist, förderte den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen der Rheinregion und den übrigen Provinzen des ausgedehnten römischen Reiches. In zunehmendem Masse überlagerten die neuen Ausdrucksformen und Gedanken der fortschrittlichen Zivilisation aus dem Mittelmeerraum die bestehenden Strukturen des Keltentums.
Um 260 v. Chr. sah sich die Zivilbevölkerung in kurzer Folge mit verschiedenen, gezielten Raubzügen der nördlich des Rheins siedelnden Alemannen konfrontiert. Deshalb wurde die Grenze unter Constantin dem Grossen und gegen Ende des 4. Jahrhunderts nochmals unter Valentinian I. kontinuierlich ausgebaut. Allein zwischen den Kastellen Kaiseraugst und Zurzach entstanden gegen zwanzig Wachttürme unterschiedlicher Grösse, die eine lückenlose Ueberwachung des Grenzgebietes gewährleisten sollten. Diese Beobachtungsposten waren Teil eines dichten Verteidigungsgürtels, der von Basel über den Bodensee bis an die Donau reichte.
In diesem Zeitabschnitt fand auch das Christentum unter der romanisierten Bevölkerung des Fricktals die ersten Anhänger. Nach der Errichtung einer schlichten Saalkirche mit angegliedertem Baptisterium entwickelte sich die Kastellstadt Kaiseraugst zu einem bedeutenden frühchristlichen Zentrum.
401 n. Chr. zog die militärische Führung in Rom alle verfügbaren Truppen von der Rheingrenze ab. In Kaiseraugst und Umgebung hielt sich die romanische Bevölkerung noch bis ins 7. Jh.